Hammersbecker Wiesen ©A. Nowara

Lebensräume

Was ist ein Biotop?

"Oh, ihr habt ja auch ein Biotop in eurem Garten", so hören es oft Gartenbesitzer, die einen Teich ihr Eigen nennen können. Es ist durchaus belustigend, wie das Wort "Biotop" im Volksmund eine so einseitige Bedeutung erhalten hat. Dabei umfasst der Begriff Biotop deutlich mehr: selbst eine Dachrinne, eine alte Feldsteinmauer oder ein Baum in den Wallanlagen sind Biotope, nämlich Lebensräume für die jeweils dort vorkommenden Lebensgemeinschaften. In der Dachrinne sind dies in den dort vermodernden Blättern existierende Kleinstlebewesen bis hin zum Regenwurm oder Käferlaven, auf der Feldsteinmauer sind es vielleicht Blutläuse und Spinnen zusammen mit Moosen und Steinbrechgewächsen und ein alter Baum in den Wallanlagen beherbergt hunderte verschiedenster Tiere und manchmal sogar auch noch andere Pflanzen.

Wir wollen hier aber nicht die kleinsten Einheiten betrachten, sondern die größeren, für Bremen typischen Lebensräume, in denen verschiedene kleine Biotope zusammengefasst sind.

Grünland mit Kuckuckslichtnelken, Foto: Andreas Tesch
Grünland mit Kuckuckslichtnelken, Foto: Andreas Tesch
Ruschdahlmoor in Bremen-Nord, Foto: Andreas Nagler
Ruschdahlmoor in Bremen-Nord, Foto: Andreas Nagler
In den Wümmewiesen, Foto: Andreas Nagler
In den Wümmewiesen, Foto: Andreas Nagler

Wie sah es hier früher aus?

Wären wir im Jahr 780 mit dem Missionar Willehad per Hubschrauber nach Bremen gekommen, und hätten wir uns vor der Landung auf der Bremer Düne noch einen Rundflug gegönnt, würden wir unsere Stadt wohl kaum erkennen können. Denn außer dem ca. 11 Kilometer langen Dünenzug entlang der Weser würden wir ringsherum nur vom Wasser geprägte Wiesen und Bruchwälder erkennen können. Hier konnte noch kein Mensch vernünftig bauen und wohnen.

Die Weser hatte durch ihre regelmäßigen Überflutugen alles im Griff und verlagerte ihren Lauf immer mal wieder, wodurch es in den ehemaligen Flußbereichen zur Bildung von Niedermooren kam.

Der Beginn der Kulturlandschaft

Erst gegen 1100 begannen die Aktivitäten zum intensiven Deichbau links und rechts der Weser mit der Entwässerung der riesigen Areale und engültigen Festlegung des Laufes von Weser, Ochtum und Wümme. Einige dieser Gebiete konnten daraufhin besiedelt werden. Andere wurden eher extensiv landwirtschaftlich genutzt. Doch die Stadt blieb eine Kaufmanns-, Hafen- und Handelsstadt. Landwirtschaft stand nicht im Mittelpunkt. Und so blieben die großen Bereiche der Wümmewiesen, von Hollerland, Blockland und Werderland sehr kleinflächig genutzt, waren weiter geprägt von hohen Wasserständen und winterlichen Überflutungen. Auch auf der linken Weserseite waren das Niedervieland und große Bereiche um Brokhuchting, Strom und Seehausen/Hasenbüren zwar landwirtschaftlich geprägt, aber immer nur kleinbäuerlich. In Bremen gab es bislang keine in anderen Bundesländern übliche Flurbereinigung. Und so behielt Bremen seinen einmaligen, nahezu geschlossenen Feuchtwiesenring.

Heidefläche in Bremen-Nord, Foto: Andreas Nagler
Heidefläche in Bremen-Nord, Foto: Andreas Nagler
Krebsscherengraben im Hollerland, Foto: Andreas Nagler
Krebsscherengraben im Hollerland, Foto: Andreas Nagler

Einmalige, sehr wertvolle Lebensräume

Diesen Tatsachen verdankt Bremen heute eine Ausstattung mit Lebensräumen, die sich zum Teil noch immer ihre seit 1000 Jahren erhaltene Naturnähe behalten haben. Es sind allerdings keine Naturlandschaften, die hier anzutreffen sind, aber sehr wertvolle Kulturlandschaften.

Nördlich der Lesum hatte die Eiszeit ihre Spuren hinterlassen. Bis zur Lesum waren die Gletscher vorgerückt und hatten dabei riesige Mengen an Geschiebe mitgebracht. Dieses bildet heute die "Bremer Schweiz", eine Geestlandschaft mit den ihr eigenen Lebensräumen.

Welche Besonderheiten Bremen so im Einzelnen zu bieten hat, finden Sie auf den folgenden Seiten mit den etwas genaueren Darstellungen unserer Lebensräume:

Feuchtwiesen, Flüsse/Seen, Gräben, Moore, Geest, Heideflächen, Wälder/Parks