Knoops Park ©A. Nowara

[16] Lands End - Rablinghauser Uferpark

Ein ufernaher Park auf Sand

Wenn Sie von der Bremer City über Woltmershausen und das anschließende Rablinghausen kommen, geht es irgendwann nicht mehr weiter: Hinter dem Neustädter Hafen gelangen sie an eine Landspitze, hinter der sich eine lange Weserinsel erstreckt. Diese ca. 8 ha großen Insel, die für Besucher nicht zugänglich ist, hat der BUND Bremen unter seine Obhut genommen. Die Sandflächen der Insel wurden im Jahr 2000 als Kompensation für die Zerstörung alter Sandspülfelder mit Sand von der Außenweser  aufgespült. Seit 2006 führt der BUND auf der Insel eine extensive Ganzjahresbeweidung mit einer kleinen Ziegenherde durch.

Auf dieser Tour kommen Sie zur Rechten von Westerdeich und Rablinghauser Deich am Rablinghauser Uferpark vorbei. Er bietet nicht nur einen Badestrand, viel Grün und beliebte Auslaufflächen für Hunde, er ist auch der wohl beste Ort in Bremen, um Schmetterlinge im Freiland zu erleben.

Der Park entstand auf den ehemaligen Spülfeldern des Hafens links der Weser. Von der Stadt kommend, beginnt der Uferpark mit weiten Rasenflächen, dem „Lankenauer Monument" und endet am Lankenauer Höft. Vom Park aus haben Sie Weser, Werften und den Hafen gut im Blick. Besonders lohnend ist ein Abstecher zu den kleinen Blüteninseln, die vom BUND als Schmetterlingstankstellen angelegt wurden und die im Sommer durch ihre bunten Aspekte schon von weitem zu sehen sind. Sie liegen etwas erhöht und nehmen nur eine relativ kleine Fläche im 24 Hektar großen Park ein. Dazu wurden auf trockenem Sand Pflanzenarten wie Dost (Origanum spec.), Thymian (Thymus spec.) oder Hornklee (Lotus corniculatus) ausgesät – Arten, die von vielen Tagfaltern gern besucht werden und an denen teilweise die Raupen - zum Beispiel von Bläulingen - fressen.

Artenreichster Tagfalterstandort Bremens

Im Sommer findet man in großer Zahl Wiesenfalter wie das Schachbrett, Grünwidderchen, Ochsenauge, Dickkopffalter und viele überall häufige Arten wie Kohlweißlinge oder den Kleinen Fuchs. Regelmäßig wird auch der Schwalbenschwanz beobachtet. Bislang wurden 26 Tagfalterarten gezählt. Zur Artenfülle der Falter im Rablinghauser Uferpark trägt auch bei, dass die Flächen nur einmal im Jahr gemäht werden.

Ein neuer (alter) Strand

Seit 2009 besteht an den Ufern des Rablinghauser Uferparks zudem auf 200 Metern die Gelegenheit zum Stranderleben an der Weser. Strände hat es vor 100 Jahren viel häufiger hier und im übrigen stadtbremischen Gebiet gegeben, als es heute der Fall ist. An einigen Stellen wurde und wird der Fluß nun von seinem steinernen Korsett befreit. Auf der gegenüberliegenden Weserseite können sie das Wachsen der neuen Überseestadt verfolgen. Am Strand werden überraschend viele kleine, gelbliche Muscheln angeschwemmt. Es handelt sich um die asiatische Körbchenmuschel, die wahrscheinlich in den Ballasttanks von Schiffen in die Weser eingeschleppt wurde und sich seit 1987 schnell verbreitet hat. Häufig ist das Einschleppen dieser sogenannten Neozoen nicht unproblematisch, da sie in ihrem neuen Lebensraum zu bedeutenden Konkurrenten für die heimische Tierwelt werden und im Extremfall auch einzelne heimische Arten völlig verdrängen können. 

Die Ziegeninsel vor dem Lankenauer Höft, Foto: Adam Nowara
Die Ziegeninsel vor dem Lankenauer Höft, Foto: Adam Nowara
Ziegenherde auf der Weserinsel, Foto: Michael Werbeck
Ziegenherde auf der Weserinsel, Foto: Michael Werbeck
Uferweg zum Weserpark, Foto: Adam Nowara
Uferweg zum Weserpark, Foto: Adam Nowara
Blick von der Überseestadt auf den Badestrand, Foto: Adam Nowara
Blick von der Überseestadt auf den Badestrand, Foto: Adam Nowara
Badestrand, Foto: Adam Nowara
Badestrand, Foto: Adam Nowara
Körbchenmuscheln, Foto: Adam Nowara
Körbchenmuscheln, Foto: Adam Nowara
Strandbereich in Woltmershausenin den 50er jahren, foto: Kulturhaus Pusdorf
Strandbereich in Woltmershausenin den 50er jahren, foto: Kulturhaus Pusdorf
 
 

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