Knoops Park ©A. Nowara

[4] Hochmoorinsel in Bremen-Nord

Die Erde sank, das Moor wuchs

Wer weiß schon, dass in Bremen-Nord eines der am tiefsten in die Erde reichenden Moore Europas lagert? Bis zu 33 Meter mächtig sind die Torfschichten im Ruschdahlmoor. Dieses flächenmäßig kleine Moor wuchs im Innern so genannter Erdfalltrichter auf, die vor etwa 9000 Jahren entstanden. Grund für diese plötzliche Sackung war der darunter lagernde Salzstock, dessen Hohlräume teilweise einstürzten und zwei kreisrunde Trichter entstehen ließen. Im Kontakt mit Grundwasser konnten in den Löchern sehr langsam Torfmoose aufwachsen. Das Eigengewicht des Torfes ließ den Boden weiter sacken, während das Moor zugleich Schicht für Schicht nach oben wuchs. Dem Sacken und Wachsen ist es zu verdanken, dass derart mächtige Torfschichten entstehen konnten – von denen allerdings für den Besucher nur wenig zu sehen ist …

Das Hochmoor ist tief, aber winzig

Für Bremen, wo Hochmoore sonst fehlen, stellt das Ruschdahlmoor eine ganz besondere Kostbarkeit dar. Die zwei Hochmoorbereiche gleichen zwei kleinen Inseln, die in ein Niedermoor eingebettet sind. Der größte Teil der Fläche ist mit Vegetation bestanden, die für nährstoffreiche Moore typisch sind: Erlen, Schilf, Großseggen, Hochstauden sowie Weiden- und Brombeergebüsche. Die Pflanzenwelt der Hochmoorflächen dagegen ist anders: Arten wie Gagelstrauch, Moosbeere, Rosmarinheide und Glockenheide beschränken sich auf nährstoffarme, saure Standorte.

Flammende Farben im herbstlichen Moor

Die Tierwelt und vor allem die empfindliche Vegetation brauchen Schutz vor Vertritt. Ein Weg, der teilweise durch Bohlen befestigt ist, führt durch das Gebiet. Bitte verlassen Sie den Weg nicht. Am Ende kommen Sie nah an den Hochmoorrest heran, der allerdings nicht betreten werden darf.

Haltepunkt 1:

Von einer kleinen Brücke, die über einen Graben führt, haben Sie einen Blick auf die herbstlich verfärbte Vegetation im Moor. Die gelbe, orangefarbene und rote Färbung von Gräsern, Blatt- und Buschwerk sind im Herbst besonders beeindruckend – als stünde das Moor in Flammen. Und auch im Herbst sind viele der Hochstauden wie Mädesüß und Blutweiderich noch in blühendem Zustand.

Haltepunkt 2:

Der anschließende Holzweg führt Sie nahe an das Kleinod des Gebiets, den Hochmoorrest. Die charakteristischen Pflanzen können Sie im Ruschdahlmoor nur aus der Ferne sehen: Gebüsche aus Gagelstrauch, der im Herbst bernsteinfarbige Früchte bildet und Zwergsträucher aus Rosmarinheide und Glockenheide, die im Herbst weiß und rosa schon aus der Ferne leuchten.

Die Ihle im Ruschdahlmoor, Foto: Adam Nowara
Die Ihle im Ruschdahlmoor, Foto: Adam Nowara
Der zentrale Bereich ds Hochmoores, Foto: Adam Nowara
Der zentrale Bereich ds Hochmoores, Foto: Adam Nowara
Pfaffenhütchen am Steg Ruschdahlmoores, Foto: Adam Nowara
Pfaffenhütchen am Steg Ruschdahlmoores, Foto: Adam Nowara