[19] Der Rönnebecker Weserhang

Wo die Weser an einem Steilhang liegt

Zwischen den Fähren Farge und Blumenthal führt ein landschaftlich reizvoller ca. 2,5 km langer Weg an der Weser entlang. Der Fluss liegt hier an einem etwa 20 m steil aufsteigenden Hang der Vegesacker Geest. Der Steilhang ist meist von Villen bestanden, die in Gärten eingebettet und oft von hohen Hecken abgesperrt sind. Der Rönnebecker Weserhang ist neben dem Stadtgarten Vegesack das einzige Wesersteilufer Bremens und der weiteren Umgebung.

Sie können den Weg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen und auf dem Rückweg auch die Fähre nehmen und auf die andere Weserseite wechseln. Von dort fahren Sie zurück über Motzen und Warfleth bis zur Fähre bei Ranzenbüttel.

Die Tour bietet ihnen weniger Naturschutzraritäten als reizende Blicke in die Landschaft der Unterweser mit viel Wasser, alten Bäumen und vielfältigem Grün.

Artenreiche Wiesen auf dem Weserdeich

Auf einem schmalen Teerweg geht es von der Farger Fähre auf dem Deich der Weser entlang in Richtung Südosten. Folgen Sie der Bürgermeister Dehnkamp-Straße. Sie sehen am anderen Ufer der Weser die teils noch unverbauten Ufer mit ockergelbem Sandstrand, im Hintergrund dunkelgrüne Wäldchen oder Baumreihen. Am Klärwerk Farge, auf dessen Teichen und Spülfeldern meist Lachmöwen in großen Mengen sitzen, geht es weiter. Auf dieser Seite der Weser sind die Ufer auf ganzer Strecke mit Steinpackungen befestigt. Der sandige Deich weist im Sommer einen blütenreichen Aspekt auf, zum Beispiel mit Braunelle, Wiesen-Pippau, Pastinak, Schafgarbe, Hornklee, Wiesen-Kümmel, Bärenklau und Wilder Möhre. Auf der Tour laden immer wieder Bänke zum Verweilen ein, um weite Blicke über die Weser zu genießen.

Am Buschweg ist das Weserufer etwas verwildert, und am Hang wächst ein geschlossener Wald aus Buchen, Eschen und Eichen, der einen wirksamen Erosionsschutz für das Steilufer bietet. Hier können Sie im Bremer Raum eher seltene Vogelarten wie Sumpfmeise, Grau- und Trauerschnäpper sehen.

Am Deckwerk wachsen Rainfarn, Lichtnelke und besonders der Staudenknöterich, ein Neophyt, der sich besonders an Flussufern breit gemacht hat. Immer wieder werden Werfthallen sichtbar wie zum Beispiel die der Rolandwerft – ein himmelblauer Kasten mit vielen blauen Kränen ringsum.

Der Dillener Park erstreckt sich vom Weserhang bis an den Uferweg. In diesem alten Landschaftspark haben auch die Bäume ein entsprechend hohes Alter erreicht.

Auf der Strecke in Richtung Blumenthal kommen Sie an zahlreichen Firmenhöfen vorbei, die meist durch Spundwände gegen Hochwasser geschützt sind. Auf Höhe der Kalfaterstraße ist der Weserhang besonders steil, Treppen führen hinauf, Efeu bedeckt den Boden und die Baumstämme, so kommt ein leichtes „Dschungelfeeling" auf.

Hinter der Blumenthaler Fähre liegt eine Gedenkstätte auf Bahrs Plate, wo sich ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme befand. Nah am Fluss erstrecken sich Rasen und alte Weiden, Pappeln und Rosskastanien.