Untere Wümme ©A. Nowara

[6] Metamorphosen - Schmetterlinge in botanika

Feuchtheiße Tropenwelt im Winter

Sie müssen sich ein wenig akklimatisieren, wenn Sie hineingehen. In der Freiflughalle der botanika herrschen tropische Bedingungen. Denn Bananenstauden, Passionsblumen und Orchideen brauchen die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit wie auch die Schmetterlinge selbst.

Seit Ende September ist es wieder soweit: Mehr als 300 Schmetterlinge flattern durch das Mendehaus in der botanika. Wer genauer hinschaut, kann dort alle Lebensphasen eines Schmetterlings sehen: Eier, die zum Beispiel in Gruppen an Bananenblättern kleben, Raupen, die sich als Vogelkot tarnen oder Puppen, die wie Gold glänzen.

Morphos und Bananenfalter

Da sich viele Falterarten im Haus erfolgreich fortpflanzen und jede Art ihren eigenen Vermehrungsrhythmus hat, tut sich jeden Tag etwas Neues: Ein metallisch glänzender Blauer Morpho (Morpho peleides) ist gerade dabei, sich aus seiner grünen Puppenhülle zu befreien und sitzt noch für Stunden da, bis sein Flügelgeäder ausgehärtet ist. Dann erst kann er losfliegen. Wenig später schlüpft eine Weiße Baumnymphe (Idea leuconoe) aus ihrer goldgelben Puppenhülle. Die schwarzroten Passionsblumenfalter (Heliconius spec.) lassen sich bei der Paarung zuschauen, die gefräßigen Raupen des Bananenfalters (Caligo spec.) haben eine ganze Bananenstaude in kurzer Zeit nahezu kahl gefressen und sitzen nebeneinander aufgereiht am Rande eines großen Blattes.

Nach der Verpuppung werden riesengroße Schmetterlinge mit auffälligen Augenmustern schlüpfen. Diese Augenimitationen sind eine Strategie, um Fressfeinden wie zum Beispiel Vögeln einen Schrecken einzujagen. Die großen schwarzen Kuller auf den Flügeln, in denen sogar die Lichtreflexe von Pupillen imitiert werden, erinnern inmitten des braun gefleckten Schuppenkleides des Falterflügels an die Augen von Eulen.

Aus der Wunderwelt der Passionsblumenfalter

Mit ihren langen, schmalen Vorderflügeln sind die Passionsblumenfalter im Mendehaus besonders attraktiv. Sie sind dort in mehreren Arten vertreten. Zu ihnen gehört zum Beispiel der schwarz-gelb gestreifte Zebrafalter (Heliconius charithonia) – eine Art, die in ganz Zentral- und Südamerika vorkommt. Seine auffällige Zebrafärbung signalisiert potenziellen Fressfeinden seine Giftigkeit. Ihre Nahrungspflanzen, die Passionsblumen, liefern ihnen die giftigen Aminosäuren.

Die Biologie dieser Faltergruppe ist voller Wunder: So kopulieren bei einigen Arten die Männchen bereits mit der Gattin, wenn das Weibchen noch gar nicht aus der Puppenhülle geschlüpft ist. Und die Passionsblumen ihrerseits versuchen Weibchen, die zur Eiablage bereit sind, zu täuschen, indem sie an ihren Stängeln grüne Kügelchen ausbilden, die exakt den Eiern der Schmetterlinge gleichen. Damit signalisiert die Pflanze: „Ich bin schon belegt" und vermeidet damit den Verlust ihrer Biomasse durch hungrige Raupen.

Wenn Sie sich einer der Führungen anschließen, lernen Sie besonders viel über die Welt der tropischen Schmetterlinge. Einige werden auch in den Abendstunden durchgeführt. Denn erst in der Dämmerung beginnen zum Beispiel die Raupen einiger Arten zu fressen und manche Falter zu fliegen.

Fotoseminar

Natürlich reizt es fast alle Besitzer von Kameras, die fliegenden Juwele zu fotografieren. Dass dies nicht ganz so einfach ist, merken die meisten recht schnell. Wer sich dem Fotografieren von Schmetterlingen einmal ganz ausführlich widmen möchte, kann an einem Seminar der "Fotoschule des Sehens" teilnehmen. Näheres finden Sie im Internet. Ein paar bei einem solchen Seminar entstandenen Bilder sehen Sie in unserer Bilderleiste.

 

Öffnungszeiten von botanika incl der Schmetterlingsausstellung (ab Mitte September bis Anfang März):

Montag bis Freitag von 9.00 bis 18.00 Uhr und Samstage und Sonntage 10.00 bis 18.00 Uhr.

Fackel (Dryadula phaetusa), Foto: botanika
Fackel (Dryadula phaetusa), Foto: botanika
Geschweifter Eichelhäher (Graphium agamemnon), Foto: botanika
Geschweifter Eichelhäher (Graphium agamemnon), Foto: botanika
botanika - Das Grüne Science Center

 

botanika
Deliusweg 40
28359 Bremen
Tel. 0421-427 066 15

Öffnungszeiten:

Mo bis Fr: 9.00 - 18.00 Uhr
Sa/So/Feiertage: 10.00 - 18.00 Uhr

Anreise

  • Straßenbahn: Mit der Linie 4 oder 5 bis Haltestelle 'Bürgermeister-Spitta-Allee' oder 'Horner Kirche', von dort ca. 15 min. Fußweg
  • Bus: Linie 20, Haltestelle 'Rhododendronpark'
  • Mit dem Auto: A 27, Ausfahrt 'Vahr'. Der Beschilderung folgen.
    Der Parkplatz befindet sich im Deliusweg, erreichbar über die Marcusallee
    An den wichtigen Kreuzungen im Park sind Wegweiser mit Parkplänen zu finden.
    Hier können Sie sich den Parkplan (pdf, 112 kb) herunter laden. 

Hunde sind im Park an der kurzen Leine zu nehmen. In der botanika und im Botanischen Garten ist die Mitnahme von Hunden nicht gestattet.

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