Dunger See ©A. Nowara

Flüsse und Seen

Die Flüsse

Die Weser - längster Fluss Deutschlands, der ausschließlich durch Deutschland fließt, und ihre beiden in Bremen in sie mündende Nebenflüsse Ochtum (links) und Wümme/Lesum (rechts) sind die Hauptgestalter der Landschaft um Bremen herum gewesen, bis sich der Mensch eingemischt hat. Und seit diese Flüsse in das Korsett von Deichen gezwungen wurden, haben sie auch ihre aktive Gestaltungskraft verloren. Für das Erleben der Landschaft sind sie aber gerade durch die an ihnen entlangführenden Deiche noch attraktiver geworden. 

Bremen - Stadt am Fluss: das läßt sich in der Tat an vielen Stellen und mit vielen wechselnden Bildern erleben. Hierzu laden der Weser-Radweg und innerhalb der engeren Stadtgrenzen auch viele interessant gestaltete Nebenbereiche ein. 

Die Ochtum ist deutlich weniger Menschen bekannt. Hier lohnt sich ein Ausflug zum Park Links der Weser, wo entlang der in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts neu gestalteten Ochtum wunderschöne Wege zum Radfahren oder Wandern einladen.

Am beeindruckensten vom Landschaftserleben ist allerdings die Wümme. Ob in den Borgfelder Wümmewiesen, wo man die Wümme als Wiesenflüßchen kaum erkennen kann oder dann ab Borgfeld flussabwärts auf dem Wümmedeich durch das Blockland, an den zum Teil wunderschönen, reetgedeckten Bauernhöfen vorbei läßt sich hier eine Landschaft erleben, die es sonst im Nordwesten Deutschlands nicht noch einmal gibt. Die Wümme ist sicher einer der letzten, unregulierten Tideflüsse, dessen Mäander immer wieder wechselnde Bilder ergeben. Nach Süden hin öffnet sich das schier endlos weite Blockland, nach Norden schlängelt sich die Wümme durch Wattflächen und Schilffelder. Später fließen die Wümme und - aus dem Norden kommend - die Hamme zusammen und bilden von hier ab einen der kürzesten Flüsse Deutschlands, die Lesum. Und da die Lesum direkt an der Geestkante von Bremen Nord verläuft, bieten sich beide Flußufer mit höchst unterschiedlichen Landschaftseindrücken zum Erkunden an.

Als Lebensräume sind diese großen Flüsse vielseitig genutzt. Ihr Wasserkörper dient Fischen und Wasserpflanzen als Biotop, dem sie nicht entkommen können, auch wenn die Einleitungen von Salzen, Dünger, Schadstoffen etc. noch so graviernd seien sollten. Und für viele Fische sind die Flüsse auch Teile einer manchmal enorm langen Wanderstrecke, wenn man z.B. an die Aale oder Lachse denkt. Um so wichtiger sind die Projekte zur Reinhaltung der Gewässer, die in den letzten Jahren immer wirkungsvoller geworden sind.Und Aufstiegshilfen wie Fischtreppen, da wo Wehre den Weg versperren.

Aber auch für viele Vogelarten sind die großen Flüsse bedeutende Lebensräume, sie werden nicht nur als Landmarken beim Vogelflug genutzt. Aufgrund ihrer Fließgeschwindigkeit frieren sie nicht so schnell zu wie Stillgewässer, was im Winter für einige Arten überlebenswichtig sein kann.

Für den Bremer Feuchtwiesenring stellen die Flüsse zudem den Hauptfaktor für die Be- oder Entwässerung dar.

Weser, Werdersee und Naturschutzgebiet Neue Weser, Foto: Wolfgang Kundel / Terra-air services
Weser, Werdersee und Naturschutzgebiet Neue Weser, Foto: Wolfgang Kundel / Terra-air services
Naturschutzgebiet Untere Wuemme, Foto: Wolfgang Kundel / Terra-air services
Naturschutzgebiet Untere Wuemme, Foto: Wolfgang Kundel / Terra-air services

Die Seen

An Seen arm ist Bremen nicht, allerdings handelt es sich in den meisten Fällen nicht um natürlich entstandene Seen. Die Mehrzahl der Seen wurden beim Bau der Autobahn geschaffen, als sich die großen Löcher nach der Sandentnahme mit Wasser füllten. Doch als Lebensraum sind diese Seen zum teil höchst wertvoll. gerade nährstoffarme Seen wie der als Naturschutzgebiet ausgewiesene Kuhgrabensee mit seinem sehr klaren Wasser berherbergt dann z.B. wertvoll Armleuchteralgen.

Viele Seen, z.B. der Mahndorfer See, der Achterdieksee, der Sodenmattsee, der Unisee und Teile des Grambker und des Waller Sees wurden aber für den Badebetrieb freigegeben, was den Wert für die Tierwelt sicher schmälert.

Andere, wie der See im Naturschutzgebiet Neue Weser, haben dagegen eine sehr hohe Bedeutung vor allem für die Vogelwelt, die Reptilien und die Insekten. Hierzu gehört auch das Naturschutzgebiet Dunger See.

Schließlich gibt es auf der Rekumer Geest noch vier außerordenliche Raritäten, die Heideweiher Eispohl, Katzenpohl, Sandpohl und insbesondere der alte Farger Heideweiher. Dies sind im gesamten Bremer Raum die einzigen nährstoffarmen Kleingewässer auf Sandboden mit zum Teil einzigartigen Pflanzen und Tieren.

Naturschutzgebiet Grambker Feldmarksee, Foto: Henrich Klugkist
Naturschutzgebiet Grambker Feldmarksee, Foto: Henrich Klugkist
Naturschutzgebiet Neue Weser, Foto: SUBVE
Naturschutzgebiet Neue Weser, Foto: SUBVE
Kolk im Blockland, Foto: Adam Nowara
Kolk im Blockland, Foto: Adam Nowara
Roehrichtzone an der Unteren Wuemme, Foto: Adam Nowara
Roehrichtzone an der Unteren Wuemme, Foto: Adam Nowara
An der Lesum, Foto: Adam Nowara
An der Lesum, Foto: Adam Nowara