Rohrweihe©Lutz Ritzel

[9] Silberreiher am Kuhgrabensee

Vor zehn Jahren kamen die Ersten als Wintergäste nach Bremen: schneeweiß, schlank und langbeinig – unübersehbar und exotisch: die Silberreiher (Casmerodius albus). Eigentlich ein Gastvogel, der wärmere Gefilde liebt, verbringen viele von ihnen inzwischen die Winter im kühlen Norddeutschland. Auf dem Feuchtgrünland, auf denen die Tiere z.B. auch Mäuse fangen, an der Neuen Weser aber besonders an Ihren Schlafplätzen am Kuhgrabensee und Dunger See sind die Tiere gut zu sehen. An manchen Abenden versammeln sich dort bis zu jeweils 100 Vögel. In der Dämmerungsstunde vom Beobachtungsstand an der Westseite des Kuhgrabensees und mit einem Fernglas ausgerüstet haben Sie gute Chancen auf eine erfolgreiche Beobachtung und ein besonderes Erlebnis: vor einem dunkler werdenden Himmel schweben die großen Vögel lautlos über das Wasser: Schön und gespenstisch.

Nicht erwiesen ist es, ob die Zunahme der Bestände in Norddeutschland mit der Klimaänderung zusammenhängt. Die Brutgebiete des Silberreihers liegen vor allem im Südosten Europas, in Ungarn, der Ukraine und Russland. In der Zwischenzeit werden aber auch die Niederlande und die Nordseeküste zur Aufzucht der Jungen genutzt. 

Mit dem in etwa gleich großen Graureiher ist der Silberreiher wegen seines leuchtend weißen Gefieders nicht zu verwechseln. Die Schmuckfedern seines Brutkleides wurden ihm allerdings fast zum Verhängnis. Die Hutmode des beginnenden 20. Jahrhunderts verlangte danach und so wurde die Art in Europa fast ausgerottet. Nachdem die überlebenden Tiere unter strengen Schutz gestellt wurden, konnte der Silberreiher sich glücklicherweise wieder ausbreiten. Spannend wird es, die weitere Bestandsentwicklung in Bremen zu beobachten. 

Silberreiher, Foto: Lutz Ritzel
Silberreiher, Foto: Lutz Ritzel
Silberreiher, Foto: Lutz Ritzel
Silberreiher, Foto: Lutz Ritzel

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