[26] Alte Oberneulander Parks

Drei Parks genießen europaweiten Schutz

Das Vorkommen der europaweit geschützten Käferart Eremit (Osmoderma eremita) war ausschlaggebend, drei Parks in Bremens Stadtteil Oberneuland zu so genannten FFH-Gebieten zu erklären. Nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU haben solche Gebiete eine Naturschutzbedeutung für ganz Europa.

Wenn Sie durch diese drei Parks wandern, werden Sie zwar den Eremiten kaum zu Gesicht bekommen, Sie erleben jedoch Parks mit uralten Bäumen, die nach landschaftsästhetischen Kriterien angelegt wurden.

Die drei Parks sind:

  • Höpkens Ruh mit Muhles Park zwischen der Oberneulander Landstraße und Auf der Alten Weide,
  • Heinekens Park zwischen Aumundsdamm und Oberneulander Landstraße,
  • Ikens Park mit Andersons Park nordöstlich des Achterdieksees.

Diese ehemaligen Privatparks sind heute öffentlich zugänglich und werden von der Stadtgemeinde (Umweltbetrieb Bremen) gepflegt.

Besonders Höpkens Ruh ist durch schöne Gruppierungen alter Eichen und Rotbuchen gekennzeichnet und weist reizvolle Szenerien mit Hügeln und Teichen auf, in denen kleine Inseln stehen. Der Park wurde 1799-1825 von Dr. F.J. Schultz angelegt, der auch an Lustgarten, Orangerie, Linden- und Eichenallee dachte. Schultz war ein Sammler von Pflanzen aus aller Welt einschließlich Bäumen, so dass der Baumbestand in Höpkens Ruh heute außerordentlich artenreich ist und ungewöhnliche Arten aus aller Welt umfasst. Der Kapitän Johann Höpken erwarb diesen vom Weltbild der Romantik geprägten Park und vermachte ihn der Stadt Bremen mit der Auflage, ihn nicht zu verändern. Damit wurde die Grundlage für den heute sehr alten Baumbestand und hohen Naturschutzwert des Parks gelegt.

Wechseln Sie auf die andere Seite des Weges, der quer durch den Park verläuft. Sie sind dann in Muhles Park, einer lang gestreckten Fläche von elf Hektar Größe, die einfach und weiträumig angelegt wurde.

Heinekens Park war ursprünglich eine Barockanlage mit vielen Putten und kunstvoll geschnittenen Hecken, wurde später jedoch im englischen Landschaftsstil umgestaltet. Dieser Park erhielt seinen Namen nach dem Bürgermeister C.A. Heineken, der von 1752-1818 lebte. Bemerkenswert ist in diesem Park das Heckenrondell, auch Heckentheater genannt, das schon um 1770 angelegt wurde: Eine über sechs Meter hohe Hecke aus Hainbuchen enthält mehrere Durchlässe in Bogenformen. Im Innern befindet sich eine große ovale Rasenfläche.

Auch in Ikens Park stoßen Sie noch auf uralte Eichen und Rotbuchen. In diesem Park stehen besonders viele tote Bäume, deren Stämme noch aufrecht stehen und zahlreiche Höhlungen und Spalten enthalten – wertvolle Lebensräume für Fledermäuse, höhlenbrütende Vogelarten wie auch den Eremiten.

Die Parks sind aufgrund ihrer vielen Baumhöhlen ein Paradies für Fledermäuse. Schließen Sie sich doch einmal einer der nächtlichen Fledermausexkursionen an, die vom BUND Bremen angeboten werden.

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Weitere sehenswerte Parks und Grünanlagen in Bremen und Tipps diese zu erkunden finden Sie auf der Seite vom Umweltbetrieb Bremen.