[24] Zwischen Australien und Afrika

Vom Osterdeich in den Rhododendronpark

Ursprünglich lag der Botanische Garten Bremens am Osterdeich, wo er von 1905 bis 1935 als Privatgarten unterhalten wurde. 1937 wurde er am heutigen Standort neu aufgebaut, konnte aber erst 1950 fertig gestellt werden. Neben der Artenvielfalt der heimischen Flora zeigt er Arten aus allen Kontinenten – insgesamt mehr als 6.500 Taxa. Aufgrund dieser großen Artenfülle können Sie auf nur einem Rundgang kaum die gesamte Vielfalt aufnehmen. Wir empfehlen deshalb, mehrmals im Jahr zu kommen bzw. sich den geführten Exkursionen anzuschließen.

Vom Schmuckhof bis zum Heilpflanzengarten

Der Botanische Garten ist in acht Abteilungen aufgeteilt: Im Schmuckhof (1) werden Sommer- und Gruppenpflanzen in ihrer gärtnerischen Verwendung gezeigt. Damit sollen zum Beispiel Anregungen für Hausgärten gegeben werden. In der Abteilung Heimische Flora (2) sind die Arten nach ihrer Zugehörigkeit zu Familien angeordnet. Im Alpinum oder Steingarten (3) wurden besondere Bodenbedingungen für die Pflanzen der Felsen und Gebirge hergestellt: Urgestein, Lava und Kalkstein lassen im Frühjahr und Sommer eine große Fülle an Blüten aus Arten mit speziellen Lebensraumansprüchen entstehen. In der Geographischen Abteilung (4) sind die Pflanzen nach ihrer Herkunft aus Afrika, Australien/Neuseeland, Asien sowie der Mittelmeer- und Balkanregion in Europa angeordnet. In der Biologischen Abteilung (5) stehen die Pflanzenarten nach dem Bau ihrer Blüten und Blätter sortiert, teils auch nach ihrer Vermehrungs- und Verbreitungsstrategie. Eine gesonderte Abteilung Nutzpflanzen (6) zeigt Arten, die zum Beispiel für Fasern oder zum Färben verwendet werden. Der Heilpflanzengarten (7) stellt Pflanzen mit einer Arzneiwirkung zusammen und der Heidegarten (8) typische Vegetationsbilder der Sommer- und Winterheiden einschließlich ihrer Begleitpflanzen.

Besonders im Sommer sind alle Abteilungen aufgrund der Blütenpracht einen Besuch wert.

Ein Abstecher nach Australien/Neuseeland und Asien

Beispielhaft beschränken wir uns auf zwei Bereiche der Geographischen Abteilung, um die Leser nicht mit der Fülle der Details zu erschlagen. Im Bereich Australien/Neuseeland sehen Sie im Sommer den eindrucksvollen Neuseelandflachs (Phormium tenax „variegatum") im blühenden Zustand. Er erinnert an Agaven, wird aber in die Gruppe der Tagliliengewächse gestellt. Seine festen, widerstandsfähigen Blättern werden zur Gewinnung von Fasern verwendet.

Überraschenderweise findet sich hier die blau blühende Version des Gänseblümchens (Brachyscome multifida), die mittlerweile zu einer beliebten Beet- und Balkonpflanze geworden ist. Besonders charakteristisch für den australischen Kontinent sind bekanntlich die zahlreichen Eukalyptusarten, von denen Sie hier den Blaugummibaum (Eucalyptus globulus) sehen.

Eine große Besonderheit ist das Vorkommen der Wollemi Pine (Wollemia nobilis) im Botanischen Garten, eine Art, die erst im 20. Jahrhundert in Australien entdeckt wurde und als längst ausgestorben galt. Sie gehört zur uralten Pflanzengruppe der Araukariengewächse. Nur etwa 100 Bäume sollen noch in freier Natur existieren. Ihr Standort wird streng geheim gehalten.

Besonders prachtvoll blühen im Sommer Pflanzen aus der Abteilung „Asien" wie die in Gärten häufige Buddleja („Schmetterlingsbaum"), die Herzlilie (Hosta robusta) mit ihren extrem langen Kelchblättern, Royle`s Alant (Inula royleana) und die wunderschön gefärbten und geformten Taglilien (Hemerocallis Hybr. Aureola).

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