[32] Mit dem Fahhrad durch den Bremer Feuchtwiesenring, Teil NordOst (Wümme)

Ein Fuß- und Radweg führt Sie von Borgfeld bis zum Hexenberg durch die gesamten Borgfelder Wümmewiesen, die 1987 Naturschutzgebiet wurden. Zum Schluss können Sie einen Abstecher zum Beobachtungsturm am Hollerdeich machen.

Die Grünlandflächen des Gebiets werden heute naturschonend genutzt, zu etwa 10 % wurden sie aber auch aus der Nutzung genommen, um die ursprüngliche Auendynamik wieder herzustellen. Dazu wurden einige Deichabschnitte weiter ins Hinterland der Wümme zurückverlegt - neue Überflutungsräume entstanden.

Im Sommer wird das Bild der nassen Wiesen und Weiden stellenweise vom seltenen Wassergreiskraut und den rot und violett blühenden Aspekten von Hochstauden entlang der Gräben bestimmt. Die Vogelwelt ist gegenüber dem Frühjahr schon merklich ausgedünnt.

Fahren Sie durch die Ortschaft Borgfeld über die kleine Wümmebrücke und biegen Sie direkt hinter der Brücke rechts auf den Weg ab, der immer an der Wümme entlang führt.

Haltepunkt 1: Brokkolksiel

Vor Ihnen liegt die Stauanlage Brokkolksiel. Von hier aus findet die zentrale Steuerung der Wasserverhältnisse im Gebiet statt. Hohe Wasserstände sind für die Artengemeinschaften des Feuchtgrünlands notwendig. Überschüssiges Wasser wird abgeleitet, wenn die Grünlandnutzung dies erfordert.

Haltepunkt 2: Altarm in den Wiesen

Wenige Meter weiter sehen Sie einen Altarm mitten in den Wiesen, der sanft in Land übergeht. Er ist einer der letzten Reste eines einst ausgedehnten System von Nebenarmen der Wümme. Im Sommer blühen in ihm gelb die Teichrosen.

Haltepunkt 3:

Folgen Sie dem Weg, der eine scharfe Biegung nach links macht, bis sie an eine kleine Brücke gelangen. In der Nähe des Weges wurde 1994 ein Kleingewässer angelegt, das inzwischen Frösche und Libellen als neue Heimat akzeptiert haben. Die Ufer wurden flach angelegt, damit ein möglichst sanfter und großflächiger Übergang zwischen Wasser und Land entsteht. In den Uferbereichen hat sich inzwischen ein üppiger Pflanzenbestand aus Röhrichten und Seggenriedern entfaltet.

Haltepunkt 4: Sumpflandschaft am Weg

Dieses sehr nasse Gebiet erhält über den Bewässerungsgraben „Am Großen Moordamm" Wasserzufuhr von der Wümme. So kann es auch im Sommer ausreichend feucht gehalten werden, um die vor Ihnen liegende Sumpflandschaft zu bilden.

Haltepunkt 5: Sodenstich

Machen Sie nun einen kleinen Abstecher nach links bis zum Wäldchen auf der rechten Seite des Weges. Dies ist der Sodenstich, der so heißt, weil aus ihm Sandboden herausgestochen wurde. Nach der Aufgabe der Nutzung hat sich die Fläche in einen Feuchtwald verwandelt, in dem Erlen dominieren. So wie hier könnte es in großen Teilen des Naturschutzgebiets aussehen, wenn die landwirtschaftliche Nutzung unterbleiben würde.

Fahren Sie nun den Weg wieder zurück und halten Sie sich an der Weggabelung links. Sie erreichen nach kurzer Fahrt eine Fläche, die hochwüchsig ist und wo das Schilf bestandsbildend ist.

Haltepunkt 6: Schilf an Brandsgraben

Auch in dieser Fläche wird keine Landwirtschaftsnutzung betrieben. Dennoch hat sich kein Feuchtwald etabliert, sondern die Schilfbestände blieben stabil. Diese deckungsreichen, schwer einsehbaren Flächen werden von der Rohrweihe als Brutgebiet genutzt.

Haltepunkt 7: Storchenhorst

Sie fahren nun eine längere Strecke immer geradeaus und befinden sich mitten in der Weite der Wümmeniederung. Der markanteste Punkt in der Landschaft ist ein Storchenhorst am Rande des Weges. Die nur extensiv genutzten Grünlandflächen werden vom Wachtelkönig (Crex crex) besiedelt, der bis in den Juni seinen charakteristischen Ruf „crex crex" hören lässt – allerdings erst in der Dämmerung (Link??).

Haltepunkt 8: Neuer Deich

Immer geradeaus weiterfahrend, sehen Sie entlang des „Weidewegs" einen relativ neuen Deich, der erst 1997 gebaut wurde. Er lag vorher direkt vor dem Wümme-Nordarm und wurde zurückverlegt, um das Wümme-Hochwasser die Wiesen überschwemmen zu lassen – ein Bereich mit natürlicher Auendynamik ist entstanden. Diese über lange Zeiträume von Wasser bedeckten Flächen stellen einen bedeutsamen Vogelrastplatz vom Herbst bis ins Frühjahr dar.

Haltepunkt 9: Am Hexenberg

Fahren Sie den Weg weiter, bis Sie auf die Straße Am Hexenberg stoßen. Biegen Sie dort rechts ab bis zu einer Stauanlage. Sie haben nun das gesamte Naturschutzgebiet durchquert. Dieser Stau wurde im Jahre 2001 so umgestaltet, dass er auch wandernden Fischen die Passage ermöglicht.

Haltepunkt 10: Beobachtungsturm am Hollerdeich

Sie können nun auf der Straße Am Hexenberg weiterfahren, bis Sie auf den Ebbensieker Weg kommen. Folgen Sie ihm mit zwei scharfen Knicks, bis Sie Oberneuland mit der Straße Am Hollerdeich erreichen, der Sie nach rechts folgen. Schon von weitem sehen Sie den Beobachtungsturm, von dem aus Sie das gesamte Gebiet überblicken können: die Wiesen und Weiden, das Wäldchen Sodenstich in weiter Ferne, die Röhrichte und natürlich die Wümme selbst.