[9] Filigrane Flugkünstler (Libellen)

Extremer Artenreichtum im Hollerland

Mit 26 Arten ist das Hollerland ein Highlight des Libellen-Artenreichtums in ganz Bremen. Besonderen Wert erhält das Gebiet wegen seiner großen Populationen der hochgradig gefährdeten Grünen Mosaikjungfer (Aeshna viridis), die an die Krebsschere gebunden ist.

Die Grüne Mosaikjungfer lebt von Juli bis Oktober an den Gräben des Hollerlandes. Dabei benötigt sie für die vermehrung die Krebsschere (Stratiotes aloides), denn die Weibchen stechen ihr Eier fast ausschließlich in diese ebenfalls seltene Pflanze. Die Beuteflüge unternimmt die grüne Mosaikjungfer meist in der Abenddämmerung .

Morgens findet man die Libellen in Grabennähe an den Pflanzen. Die Männchen fliegen auf der Suche nach einer geeigneten Partnerin über die of dicht aneinander liegenden Krebsscheren, die Paarung erfolgt allerdings mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am Gewässerrand oder am Ufer.

Etwa 30.000 Grüne Mosaikjungfern wurden im Hollerland gezählt, das damit das größte Vorkommen in ganz Deutschland beherbergt.

Der Grund für den hohen Naturschutzwert der Gräben im Hollerland liegt vor allem in der naturschonenden Grabenunterhaltung im Zusammengehen mit einer extensiven Grünlandbewirtschaftung: So werden zum Beispiel im Winter die Wasserstände der Gräben nur so weit abgesenkt, dass diese nicht austrocknen – was der im Wasser überwinternden Tierwelt zugute kommt.

Besonders in den Senken und entlang der Gräben bestimmt die Flatterbinse (Juncus effusus) das Bild. Binsenjungfern (Lestes spec.) legen ihre Eier in ihre dunkelgrünen Halme, wo sie im weichen Mark der Stängel gut geschützt sind. An Stängeln, die über dem Wasser hängen, können Sie mit Glück auch die Larvenhüllen der Tiere sehen, aus denen die adulten Libellen mit vier voll entwickelten Flügeln geschlüpft sind.

In Massen kommen in den Gräben des Hollerlands auch die Azurjungfern (Coenagrion puella/pulchellum) vor, die ökologisch weniger anspruchsvoll sind. Libellen lassen sich auch über den grünen Mähweiden beobachten, wo von Juli bis September zum Beispiel die Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum) oder die Herbst Mosaikjungfer (Aeshna mixta) in der Luft nach Insekten jagen.

Da die Bestimmung von Libellen nicht ganz einfach ist, empfehlen wir, an einer Exkursion unter fachkundiger Führung teilzunehmen.