[2] Wasserwandern an der Wümme

Das flache Land mit anderen Augen erleben

Aus einem Kanu oder Kajak sehen Sie die Weite der norddeutschen Flusslandschaften mit neuem Blick: Das gemächliche Gleiten übers Wasser beruhigt, dann wieder strömt der Fluss schneller und erfordert Ihre ganze Aufmerksamkeit. Vor allem aber öffnen sich neue Sichtweisen: Sie sehen alte Dörfer vom Wasser aus, mit vorgelagerten breiten Schilfgürteln, aus denen unbekannte Vogelstimmen klingen und wo von Halmen dunkelblau gefärbte Libellen in Mengen aufsteigen.

Besonders wird Sie die vielfältige Wasserpflanzenwelt begeistern: Wenn die gelben Teichrosen ihre rundlichen Schwimmblätter entfalten, kommt sogar ein leichtes „Amazonas-Feeling" auf. Unter Wasser bilden sich in den artenreichen Gräben, die mit der Wümme verbunden sind, vielfältige Unterwasserdschungel aus Laichkräutern, Wasserstern und Wasserfedern.

Auf eigene Faust oder organisiert durch die Flusslandschaft Wümme

Sie können in der naturnahen Flusslandschaft der Wümme bei Bremen entweder selbstorganisiert wasserwandern oder sich einer der Touren anschließen, die von der Stiftung Nordwest Natur angeboten werden (s. unten).

Beim organisierten Trip „Kanuausflug auf der Wümme bei Borgfeld" starten Sie am Nordarm der Wümme beim Hexenberg. Dort können Sie die große sommerliche Vielfalt an Libellen bewundern – seien es Prachtlibellen oder Azurjungfern – und mit etwas Glück sehen Sie auch den Eisvogel pfeilschnell ins Wasser stürzen. Weiter flussabwärts werden Sie am Nordarm Zeuge der ersten Flussrenaturierung an der Wümme: Dort wurden im Jahre 1988 Deiche rückverlegt und ein neuer Nebenarm der Wümme gebaggert, an dessen Ufern sich inzwischen ein kleiner Auwald aus Weiden entwickelt hat.

Mit der Wildnis aus Gehölzen ist es wenig später vorbei, denn eine weiträumige Kulturlandschaft wartet auf Sie, wenn Sie das Naturschutzgebiet „Borgfelder Wümmewiesen" durchpaddeln: Sie kommen nun durch großflächiges Grün, als Wiesen und Weiden genutzt, auf dem Uferschnepfe und Kiebitz im Sommer ihr Brutgeschäft längst beendet haben. Auf den Zaunpfählen lassen sich noch Braunkehlchen beobachten, doch auch sie beginnen teils schon im Juli mit dem Wegzug in ihre Überwinterungsgebiete.

Kontrastreiche Flusswelten

Wenn Sie am Südarm der Wümme entlang paddeln, lässt sich der Unterschied zwischen einem naturnahen und einem befestigten Ufer besonders deutlich erkennen: Am Südarm sehen Sie die mit Steinen bepackten Ufer. Mit der Vielfalt, die ein Fluss von selber schafft – steile Prallhänge, sanfte Gleithänge und ruhige Buchten - ist es dort vorbei.

Am Ende der Tour erreichen Sie Borgfeld, früher ein Dorf, heute ein Stadtteil von Bremen mit mehreren Tausend Einwohnern. Doch viele der alten Bauernhöfe haben sich erhalten. In Borgfeld werfen Sie noch einmal einen Blick über saftiges Feuchtgrünland entlang des Wümmeufers, das früher als Weide für Schweine diente.

Buchtipp

„Bremens schönste Flusslandschaft - Wasserwandern auf der Wümme" ist in einer Auflage von 2000 Stück erschienen und kostet drei Euro. Die Broschüre ist erhältlich bei der Stiftung NordWest Natur, Am Dobben 44, Bremen, bei der Kanuscheune Lilienthal, Hauptstraße 2, sowie bei der Biologischen Station Osterholz, Lindenstraße 40, in Osterholz-Scharmbeck.

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