[7] Zwischen Weser und Lesum: Das Werderland

Neuer Weg erschließt die Vielfalt des Werderlands

Beginnen Sie die Werderland-Tour am besten am Dunger See. Dort führt ein kurzer Pfad zu einer Beobachtungshütte, von wo aus man Kormorane, Haubentaucher, Möwen und Graugänse beobachten kann, mit Glück auch Zwergtaucher, Silberreiher oder den Eisvogel.

Ein neuer Fahrradwanderweg, der im Jahre 2010 eingerichtet wurde, bietet inzwischen einen reizvollen Rundweg durchs Werderland: Er beginnt ganz in de Nähe des Dunger Sees und zeigt die ganze Vielfalt der Natur im Werderland, eines großflächig offenen Grünlandgebiets, in dem Sie die Nähe zur Großstadt schnell vergessen.

Sie durchqueren auf dem neuen Weg ausgedehnte Weiden und Wiesen, von Gräben durchschnitten, kommen an Schilfröhrichten vorbei und erreichen schließlich den Deich vor der Weser. Es lohnt sich, den Blick vom Deich über die Landschaft schweifen zu lassen: In Richtung Westen mündet die Lesum in die Weser und der Fluss macht wenig später einen gewaltigen Bogen.

Auf der weiteren Fahrt – immer am Weserdeich entlang - sehen Sie mehrere große Kolke, die infolge von Deichbrüchen entstanden sind. Auf ihnen wuchern im Sommer die See- und Teichrosen. Wenn Sie den ausgeschilderten Ökopfad erreichen, sehen Sie vom Bohlenweg aus die dichten Bestände der seltenen Krebsschere im Wasser (Link??). Dort sind zahllose Libellen – wie die seltene Grüne Mosaikjungfer – im Flug oder ruhend auf Halmen am Ufer zu beobachten, und vielleicht quaken auch im Sommer noch ein paar Wasserfrösche.

Gräben, von Brachen umgeben

Wenn Sie einen Blick in die Gräben werfen, werden Sie von der Vielfalt der Wasserpflanzen, die wahre Unterwasserdschungel entfalten, überrascht sein. Doch oft sind die Gräben in hohe Vegetation eingebettet: Im Sommer wachsen feuchte Brachen aus Glanzgras und Röhrichte aus Schilf hoch auf, die von der Landwirtschaft nicht genutzt werden. An den zahllosen Gräben fliegen im Sommer mehrere Arten Libellen, die von der Strukturvielfalt der Gewässer profitieren. Die Fisch-Highlights der Gräben werden Ihnen allerdings weitgehend verborgen bleiben: Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) und Steinbeißer (Cobitis taenia) sind seltene Grabenfischarten, die im Bremer Raum ein bundesweites Schwerpunktvorkommen haben und im Werderland in vielen Grabenabschnitten heimisch sind.

Vogelwelt im Sommer

Im Sommer ist das Grünland aus vogelkundlicher Sicht nicht mehr so interessant wie im Frühjahr, denn das Brutgeschäft der Wiesenbrüter wie Kiebitz oder Uferschnepfe ist abgeschlossen, und bald machen sich der diesjährige Nachwuchs und die Elternvögel wieder zu ihren Überwinterungsquartieren auf. Doch im Werderland brüten gleich drei anspruchsvolle Kleinvogelarten, die alle an der Farbe ihrer Kehle zu unterscheiden sind und die sich im Sommer noch beobachten lassen: Schwarz-, Braun- und Blaukehlchen. Letzteres hat in den letzten Jahren im Werderland erfreulich zugenommen. Aus den Röhrichten lässt sich das „Geschwätz" von Rohrsängern und das monotone Lied der Rohrammer vernehmen.

Besonders an den windgeschützten Wiesenrändern fliegen anspruchsvolle Tagfalterarten über die Blüten wie der Spiegelfleck-Dickkopf (Heteropterus morpheus) oder das Grünwidderchen (Adscita statites). Das Gezirpe der Heuschrecken ist im Sommer nicht zu überhören. Im Werderland ist auch die an Nässe gebundene Sumpfschrecke (Stetophyma grossum) noch häufig, die Sie leicht an ihren rot gefärbten Hinterschenkeln erkennen können.